Aktuelles

Veröffentlichung der Dissertation von Jona Tomke Garz mit DGfE-Wissenschaftspreis

News aus dem Graduiertenkolleg

Jona Tomke Garz wurde für seine Dissertation „Zwischen Anstalt und Schule: Eine Wissensgeschichte der Erziehung ‚schwachsinniger‘ Kinder in Berlin, 1845–1914“ mit dem Wissenschaftspreis der Sektion Sonderpädagogik der Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaften (DGfE) ausgezeichnet. Die Studie untersucht die Produktion von Wissen über „schwachsinnige Kinder“ entlang eines interdisziplinären „Aufschreibesystems“, wie es sich in den sogenannten „Personalbögen für Hilfsschulen“ niederschlug. Damit leistet Garz einen wichtigen Beitrag zur zentralen und im Rahmen von De_Kategorisierungsbemühungen auch aktuellen Frage, wie Wissenspraktiken in Pädagogik und Medizin immer wieder aufs Neue zur Markierung von Normabweichung(en) beitrugen und -tragen.

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Kommende Veranstaltungen

Veranstaltung des Graduiertenkollegs

Prof. Dr. Boris Nieswand (Universität Tübingen)
Freitag, 24.06.2022 von 13-18.00 Uhr UND Samstag, 25.06.2022 10-15.00 Uhr
Präsenz @ Humboldt-Universität zu Berlin

Innerhalb ethnografischer Methodendiskussionen herrscht weitgehend Einigkeit darüber, dass Beziehungen, die innerhalb ethnografischer Praxis eingegangen werden, konstitutiv für das darin hervorgebrachte Wissen sind. Im Gegensatz zu positivistischen Ansätzen wird Beziehungsförmigkeit dabei zunächst nicht als Makel verstanden, den es zu ‚minimieren‘ gälte, sondern als zentrale epistemische Ressource und Qualitätsmaßstab ethnografischer Praxis. Gleichzeitig hat sich aber im Rahmen der Debatten um die „Krise der ethnografischen Repräsentation“ (Berg & Fuchs 1993) sowie der Positionalität und Standortgebundenheit von Erkenntnissen (Harraway 1988; Delgado/ Stefancic 2017) eine unbehagliche Hermeneutik des Machtverdachts in der Ethnografie etabliert. Reflexivität gilt in diesem Zusammenhang als eine Art Zauberformel, die die Spannung zwischen Beziehungsförmigkeit als Qualitätsmaßstab guter ethnografischer Praxis und dem Unbehagen an wissenschaftlicher Praxis als relationaler Macht- und Autoritätsausübung überbrücken und moderieren soll. Dies gilt insbesondere für die besonders machtsensiblen Felder der gender studies, der disability studies und der Migrationsforschung. In deren Rahmen wird Reflexivität vor allem im Hinblick auf die intersektionale Selbstverortung der Ethnograf:innen entlang der Dimension ‚race‘, class,ability und gender verstanden  

 

Über das ZFIB

Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik im Dialog für Inklusion – gemeinsam soziale Ungleichheit reduzieren und Partizipation unterstützen.

Das interdisziplinäre Zentrum für Inklusionsforschung Berlin (ZfIB) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Personen und Einrichtungen aus Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik lokal bis international miteinander zu vernetzen. Es sollen langfristige Kooperationen entstehen, um gemeinsam inklusive Entwicklungen in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen nachhaltig zu unterstützen.

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